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Welche Modelle gebrauchen wir für intuitive Lösungen?

Wie werden Aufgaben und Probleme gelöst? 

Wie entstehen innovative und kreative Gedanken?

 

In der Vergangenheit ging man davon aus, dass das Denken Teile der Erkenntnis und Teile 

kognitiven Wissens sind.

Jedoch heute weiß man, dass der eigentliche Lösungsvorgang stets unerkannt bleibt.

Gemäß der Meinung vieler Menschen ist das Denken ein systematischer

logischer Vorgang.

Aber im wirklichen Leben scheinen wir logische Regeln beim Denken zu vergessen.

Die Menschen denken eher intuitiv und anschaulich als logisch.

Wir kombinieren Sinneseindrücke, Erinnerungen, Assoziationen, die zusammenpassen

zu scheinen zu einem irgendwie kompletten Bild.

Denn fast immer mangelt es uns an notwendigem Wissen, um eine wirklich logische, alle

Möglichkeiten umfassende Zusammenfassung aus unseren unvollständigen Informationen zu

einer stimmigen Meinung zu gestalten.

Um die Wahrheit zu finden, windet ein Mensch sich irgendwie hindurch mit seiner sogenannten

Erfahrung. Die besteht aber durchweg aus Faustregeln, fragwürdigen Urteilen und Schlüssen,

die aus bewährten Lösungen und Erfahrungen gewonnen wurden.

Folgend Modelle stehen uns zur Verfügung:

1. Modelle, die Voraussetzungen für das sprachliche Denken sind.

2. Modelle, die Analogien abstrakt darstellen.

3. Bildhafte Modelle, die angeblich reale Vorstellungen erzeugen.

 

Stets gilt es ein geeignetes Denkmodell zu finden, das eine bestimmt Aufgabe veran-

schaulicht - womöglich ist das die Voraussetzung dafür, ein Problem zu lösen oder überhaupt

erst entdecken zu können.

Meist wissen wir aber nicht, welches Modell sich am besten für eine Denkaufgabe oder

Teilaufgabe eignet.

Großen Entdeckungen und Erfindungen ging fast immer das Entwickeln von mentalen

Vorstellungen voraus.

Allen Innovationen und Erfindungen geht ein Moment der Unzufriedenheit , der Verwirrung

voraus.

Einerseits besteht praktisch alles Lernen im Training von Gewohnheiten.

Deshalb beruhen auch die meisten Alltagstätigkeiten und Fähigkeiten auf automatischem

Denken.

Andererseits  wird in der heutigen Zeit Kretivität gefordert und dass wir sozialkompetent sind,

kreativ und ergebnisorientiert -sprich effizient- denken. Die Erwartung aber, diesen

Ansprüchen entsprechen zu müssen, ist ein Paradox des menschlichen Geistes.

"Denken heißt Überschreiten", formulierte Ernst Bloch.

Kreatives Denken oder besser gesagt "Produktives Denken" geht stets über das Gewohnte

hinaus, stellt bekannte Verhaltensweisen und Wahrnehmungen in Frage. Dabei ist unter

gewöhnlichem Denken die Art und Weise zu verstehen, wie Wahrnehmungsinhalte stetig zu

Bildern und Entscheidungen zusammengefasst werden.

Nichts Konkretes über einen Sachverhalt zu wissen, führt dazu, dass man sich gern an 

Aspekten festhält; selbst wenn diese mit der Fragestellung absolut nichts zu tun haben.

Das schlicht Sichtbare bestimmt die Vernunft. Das Nicht-Sichtbare, Nicht-Definierbare bleibt außer-

halb unserer Vorstellungskraft.

 Und danach starten wir unbewusst einen lösungsorientierten Suchprozess.

Diese Macht neuer, leicht erinnerbarer oder unmittelbarer präsenter Information ist eine der

stärksten Verführungskräfte für das menschliche Denken. Solch eine Tendenz des Denkens

fördert geradezu Nachlässigkeiten und Fehler im Verhalten und Denken des Menschen.

 Wir ignorieren somit die Tatsache, dass unser Gehirn - auch unser Unbewußtes- über viel

mehr Wissen und Ressourcen  - und somit auch Lösungsmöglichkeiten -verfügt als unser

Bewusstseinsspeicher jemals in der Lage ist, zu sammeln und zu fassen, um sich letztendlich noch

in unserem Gedankenstrom bemerkbar zu machen.

 Das Neue aber, das nie zuvor Gedachte wird oft spielerisch in Momenten der Entspannung

gewonnen.

  Unablässig erzeugt das Gehirn neue Assoziationen, Einstellungen, Bilder und läßt sie

zu einer bildnerischen Komposition zusammenwachsen.

Hin und wieder tauchen aus dem Chaos brauchbare, höchst produktive Gedanken auf.

Somit kann sich plötzlich die Lösung einstellen, ganz unerwartet.

Des Weiteren bieten Denkpausen eine größere Chance, dass zufällig Geschehenes oder im

Gehirn Vorgestelltes via Mitschwingen von Gedanken wie ein Wiederhall-Effekt zur Klärung der

Lösung beitragen.

Auch völlig unbemerkte Schwingungen via Wiederhall-Effekt wie im Vorübergehen erleichtern das

intuitive Denken des Menschen.

 Wenn wir zu diesem Zeitpunkt unseren inneren Beobachter oder unseren inneren Führer ein-

schalten und aktivieren, können wir auch mehr über unsere unbewußten Reaktionen und

Lösungen erfahren und intensiver darüber verfügen.

Wir gewinnen dadurch mehr Freiheit und Autonomie über unsere Gedanken und unsere persönliche

Intuition und einen starken Zuwachs an Energie.

Wenn wir uns mehr Zeit für Mußestunden in unserem stressgeplagten Alltag nehmen, und

eine geistige Leerzeit zulassen, besteht eine noch größere Chance, kreative Suchwege und 

Gedanken mit einem kreativem Ergebnis entstehen zu lassen.

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