BIBLIOTHEK

Selbstmanagement bei chronischen Schmerzen.

Als akuten Schmerz bezeichnet man jeden Schmerz, der nur kurze Zeit andauert. Man kann ihn als eine Art Warnsignal des Körpers verstehen. Durch ihn spüren wir rechtzeitig, dass etwas Schädliches mit uns geschieht, z.B. Verletzungen oder bestimmte Krankheitsprozesse, die im Körper stattfinden.

Ohne das Warnsignal des akuten Schmerzes würden wir aber bestimmte Krankheiten erst zu spät oder gar nicht behandeln. Der akute Schmerz verschwindet also, wenn man seine Ursachen beseitigt.

 Chronische Schmerzen

Bei chronischen Schmerzen entfällt das Warnsignal des akuten Schmerzes.. Hier ist es so, dass die Schmerzen oft über viele Jahre andauern, ohne dass man vielleicht eine bestimmte Ursache finden kann.
In einigen Fällen ist es so, dass man zwar eine Vorstellung davon hat, wodurch der Schmerz ausgelöst wird, aber man kann diese Bedingungen nicht mit den gängigen medizinischen Methoden verändern. Denken Sie z. B. einmal an die Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule. Der chronische Schmerz verliert damit seine unmittelbare Warnfunktion. Der Schmerz ist die Krankheit, die behandelt werden muß.

In dem hier vorliegenden Schmerzkonzept wird davon ausgegangen, dass die Schmerzen, die von einem Klienten berichtet werden, immer echt sind, egal ob mit oder ohne erkennbare Ursache.
Darüber hinaus besteht jeder Schmerz und dies gilt ganz besonders für den chronischen Schmerz, ohne Ausnahme aus körperlichen und psychischen Anteilen. Und jeder Schmerz entsteht letztendlich im Kopf, nämlich erst nach der Verarbeitung der Schmerzimpulse durch unser Gehirn.

Hoffnungslosigkeit und Resignation sind Gefühle, die jeder Schmerzpatient kennt.
Mit den psychischen Anteilen des Schmerzes ist das Leiden gemeint, das mit negativen Gefühlen und Stimmungen einhergeht.

Auch beim chronischen Schmerz gibt es Hilfe für die betroffenen Menschen.
Ziel der Behandlung ist aber nicht die totale Schmerzfreiheit, sondern die selbstkontrollierte Schmerzlinderung.

Eine angemessene psychologische Behandlung kann ihnen vielmehr dazu verhelfen, dass Sie Ihre Schmerzen auf ein für Sie erträgliches Maß zu reduzieren lernen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung der Schmerzen ist es, dass Sie dieses Ziel akzeptieren und bereit sind, aktiv mitzuarbeiten, damit es erreicht werden kann.


Nur mit dieser Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit ist es möglich, den chronischen Schmerz auf lange Sicht in den Griff zu bekommen.
So werden Sie selbst zum Experten, der seinen Schmerz bekämpft und selbst regulieren kann.

Damit schaffen Sie die Voraussetzungen für eine aktive Gesundheitsvorsorge und die Möglichkeit, die Ursachen für den chronischen Schmerz herauszufinden.

 

Veröffentlicht von Michael P. Pappert am Montag, 20. Juni 2005 um 22:16

 

 

 

 

Seite drucken